Nasenbeindeviation
Nasenbeinverkrümmung, allgemein bekannt als „Deviation“
Es handelt sich um eine Nasenatmungsbehinderung, die entsteht, wenn die Nasenscheidewand von der Mittellinie abweicht. Diese wird auch als Nasenbeinverkrümmung bezeichnet. Die Nase kann man sich als einen Tunnel vorstellen, der durch eine Wand in zwei Hälften geteilt ist. Diese Wand wird in der Medizin „Septum nasi“ genannt. Wenn Breite, Länge und Volumen beider Nasengänge ähnlich sind, spricht man von einer gesunden Nasenstruktur.
Die mittlere Wand der Nase ist auf beiden Seiten mit einer dünnen Schleimhaut bedeckt. Zwischen diesen Schichten befindet sich Knorpel, im unteren und hinteren Bereich zusätzlich Knochengewebe. Bei einer gesunden Nase erweitert sich der Luftweg hinter dem engen Eintrittsbereich. In diesem erweiterten Bereich wird die Luft erwärmt, befeuchtet, gefiltert und anschließend weitergeleitet. Danach gelangt sie in den oberen Rachenraum. Auch dieser Bereich ist am Eingang wieder enger. Liegt in einem dieser Abschnitte ein Problem vor, wird der Luftdurchfluss behindert, meist durch eine Abweichung der Nasenscheidewand.
Ursachen der Nasenscheidewandverkrümmung
Die Nasenscheidewand beginnt sich bereits im Mutterleib zu entwickeln und wächst bis etwa zum 17.–18. Lebensjahr. Danach gilt das Wachstum als abgeschlossen. Während dieser Entwicklung können genetische Faktoren dazu führen, dass die Nasenstruktur schief wächst. Auch äußere Einwirkungen wie Stöße oder Verletzungen der Nase können die Scheidewand schädigen und eine Deviation verursachen.
Wer ist von einer Nasenverkrümmung betroffen?
Etwa 80 % der Bevölkerung weisen eine gewisse Form der Nasenscheidewandverkrümmung auf. Die meisten Fälle sind jedoch leicht ausgeprägt und verursachen keine klinischen Beschwerden. Es besteht kein Geschlechtsunterschied – Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Bei ausgeprägten Formen ist eine Behandlung erforderlich.
In welchem Alter tritt es am häufigsten auf?
Die Nasenscheidewandverkrümmung kann bereits bei der Geburt vorhanden sein oder sich während der Wachstumsphasen entwickeln. Häufig bleibt sie lange unbemerkt und wird erst im Erwachsenenalter bei Routineuntersuchungen festgestellt.
Symptome der Nasenscheidewandverkrümmung
- Einseitige oder beidseitige Nasenatmungsbehinderung
- Mundatmung
- Häufiges Nasenbluten
- Einseitiger Nasenausfluss und Verstopfung
- Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen, postnasaler Schleimfluss
- Häufige Sinusinfektionen
- Lautes Atmen im Schlaf bei Kindern oder Säuglingen
Welche Probleme kann eine Nasenscheidewandverkrümmung verursachen?
Eine Deviation kann drei Hauptproblembereiche verursachen: Leistungsabfall, Komfortverlust und weitere gesundheitliche Beschwerden.
Komfortverlust
Nasenatmung ist entscheidend für das allgemeine Wohlbefinden. Sie sorgt für eine bessere Sauerstoffaufnahme sowie für Geruchs- und Geschmackssinn.
Bedeutung der Nasenatmung
Die Nase funktioniert wie eine natürliche Klimaanlage: Sie erwärmt, befeuchtet und filtert die eingeatmete Luft. Bei Mundatmung gehen diese Funktionen verloren. Dies kann zu Mundtrockenheit, Mundgeruch, Schnarchen, Zahnproblemen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Appetitverlust und Hyperaktivität führen.
- Mundgeruch
- Mundtrockenheit
- Schnarchen
- Zahnprobleme
- Müdigkeit am Tag
- Unruhegefühl
- Appetitverlust
- Hyperaktivität
- Erschöpfung beim Aufwachen
Leistungsabfall durch Nasenscheidewandverkrümmung
- Konzentrationsstörungen
- Allgemeine Müdigkeit
- Geringere Lebensfreude
- Gewichtszunahme
- Gesundheitsprobleme
- Leistungseinbußen in Schule und Beruf
Unbehandelt kann eine Nasenscheidewandverkrümmung zu Sinusitis, Mittelohrdruckproblemen, Schlafapnoe, Naseninfektionen und in schweren Fällen zu Herzrhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz führen.
Wie verläuft die Operation?
Die Diagnose erfolgt durch einen HNO-Arzt mittels endoskopischer Untersuchung. Nach der Entscheidung für eine Operation werden notwendige Voruntersuchungen durchgeführt.
Bei der Operation wird die verkrümmte Knorpel- und Knochenstruktur innerhalb der Nase korrigiert. In den meisten Fällen wird die geschlossene Technik verwendet, in manchen Fällen ist eine offene Technik erforderlich.
Postoperative Phase und Entlassung
Der Patient wird meist noch am selben Tag entlassen. Silikon-Schienen in der Nase werden nach einigen Tagen entfernt. Regelmäßige Nasenpflege und Kontrolluntersuchungen sind wichtig.
Mögliche Komplikationen nach der Operation
- Blutansammlung in der Nase
- Nachblutungen
- Verwachsungen in der Nase
- Perforation der Nasenscheidewand
- Infektionen
Bei sorgfältiger Operationstechnik und richtiger Nachsorge ist das Komplikationsrisiko sehr gering.


