Paukenröhrchen
Die Ohrtrompeten (Eustachische Röhren), die sich beidseits im Nasenrachenraum öffnen, sorgen für den Druckausgleich zwischen Mittelohr und Außenluft und ermöglichen die Belüftung des Mittelohrs. Wenn Funktionsstörungen der Eustachischen Röhre auftreten, kann die Luft im Mittelohr von der Schleimhaut aufgenommen werden, was zu einem Unterdruck im Mittelohr führt.
Durch diesen Unterdruck kann sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammeln. Wenn das Problem anhält, wird das Sekret zunehmend zähflüssiger. Gleichzeitig kann das Trommelfell nach innen gezogen werden und im fortgeschrittenen Stadium an den Gehörknöchelchen oder an der Mittelohrwand anhaften.
Dieser Unterdruck kann durch eine kleine Öffnung im Trommelfell ausgeglichen werden, sodass Luft von außen eindringen kann. Hier kommen Paukenröhrchen zum Einsatz. Diese kleinen, zylinderförmigen Röhrchen mit einem Kanal werden in die Öffnung eingesetzt und ermöglichen die Belüftung des Mittelohrs. Sie bestehen aus Materialien wie Metall, Teflon oder Kunststoff.
Wann werden Paukenröhrchen eingesetzt?
Die wichtigsten Indikationen sind:
- Einziehung des Trommelfells
- Wiederkehrende akute Mittelohrentzündungen
- Anhaltende Flüssigkeit im Mittelohr trotz Behandlung
- Barotrauma beim Tauchen oder Fliegen
- Gaumenspalte, Down-Syndrom oder Fehlentwicklung der Eustachischen Röhre
Wie wird das Einsetzen durchgeführt?
Der Eingriff erfolgt unter dem Mikroskop über den Gehörgang. Zunächst wird ein kleiner Schnitt ins Trommelfell gemacht (Parazentese). Die Flüssigkeit wird abgesaugt und das Röhrchen so eingesetzt, dass es das Mittelohr belüftet.
Von außen ist keine Veränderung sichtbar. Bei Kindern kann gleichzeitig eine vergrößerte Rachenmandel entfernt werden. Der Eingriff erfolgt bei Kindern unter Vollnarkose, bei Erwachsenen meist unter örtlicher Betäubung.
Die Verweildauer hängt vom Röhrchentyp ab. Kurzzeit-Röhrchen bleiben meist 6–9 Monate und fallen dann von selbst heraus. Falls nicht, können sie entfernt werden. Bei wiederholten Eingriffen werden sogenannte T-Röhrchen eingesetzt, die länger im Ohr verbleiben.
Was ist nach dem Eingriff zu beachten?
Das Ohr sollte vor Wasser geschützt werden, z. B. mit vaselinegetränkter Watte. Bei Infektionen oder Ausfluss sollte ein Arzt aufgesucht werden. Diese lassen sich meist gut behandeln.
Bei Kindern wird häufig gleichzeitig die Rachenmandel entfernt. Trotz Behandlung kann es vereinzelt wieder zu Flüssigkeitsansammlungen kommen, weshalb eine regelmäßige Kontrolle wichtig ist.


